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Die Fuji XT2

abseits der Strasse

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Die Fuji XT2 begleitet mich nun etwa einen Monat. Seit die Kamera bei mir ist, habe ich wieder täglich und gern fotografiert. Das war eine Weile anders. Hat man aber die Fuji in der Hand, will man etwas damit machen. Das Gefühl weicht auch nach Wochen nicht. Ich konnte sie im Laufe der Zeit auch abseits der Strasse testen und bin nicht minder begeistert:

Modelshooting mit Myriam

Fuji XT2 – ISO 10.000 – 35mm – F1.4 – 1/125Sek

Abseits eines kleinen Auftrags nahm ich die Fuji mit und nutze die Gelegenheit für ein knackiges, aber schönes Shooting mit Myriam. Die Location, die wir zur Verfügung hatten, bot einige Möglichkeiten: grossflächige und bodentiefe Fenster auf der Längsseite und eine kleine Luke in der Decke, die sich elektrisch aufhellen und abdunkeln liess. Luxus für eine winterliche Indoor-Session ohne zusätzliche Lichtquellen.

Luxus auch das Arbeiten mit der Fuji unter diesen Bedingungen. Das fertige Bild durch den Sucher zu sehen noch bevor es entstanden ist, ist wunderbar und erlaubt es mir mich mehr auf Myriam und das Licht einzulassen. Das Klappdisplay macht das Fotografieren in eng-verwinkelten Räumen oder aus ungewöhnlichen Perspektiven deutlich angenehmer. Zumindest musste ich weniger verkrampft auf dem Boden herumkriechen, worüber sich insbesondere mein Rücken und die Knie freuen. Was ich also anfänglich für eine Spielerei hielt, hat sich in den letzten Wochen, zu einer praktischen Alternative entwickelt. Ich nutze das Klappdisplay durchaus häufiger als erwartet.

Die 325 Fokuspunkte, die die Fuji zur Auswahl stellt, nutzte ich vor dem Shooting mit Myriam allerdings nie. Die Standardeinstellung (91 Fokuspunkte) reichten mir im Alltag völlig aus. Da ich nun aber weder blitzen wollte, noch die Möglichkeit bestand anderweitig für mehr Licht im Raum zu sorgen, bieb mir wenig anderes übrig, als total offenblendig zu fotografien. Hier war ich um die Anzahl der Fokuspunkte dann umso dankbarer.

Fuji XT2 | ISO 10.000 – 56mm – F2 – 1/250s

Zuhause angekommen sass ich während der Retusche der Aufnahmen begeistert vor den RAW-Aufnahmen. War ich zuvor schon bei meinen Streetaufnahmen von den Jpegs angetan, lernte ich hier die Vorzüge des 14Bit Dynamikumfang so richtig kennen. Die Schärfe der Aufnahmen ist brillant; die Möglichkeiten in der Postproduktion einfach grossartig. Die grösse der Datenmengen hält sich Dank der Fuji-internen Komprimierung von RAF-Dateien auch in Grenzen.

Alles in Allem macht es einen riesen Spass mit der Fuji in ein solches Shooting zu gehen. Die Möglichkeit im manuellen Modus den Fokuspunkt aufs Auge zu setzen, via BackButton die Schärfe zu ziehen und durch das Peaking sich immer sicher zu fühlen, dass er auch dort verweilt, wo man ihn gesetzt hat, beruhigt und vereinfacht den Workflow am Set enorm.

Tanz & Livemusik in Sarnen

Eine gänzlich andere Situation erwartete mich am Folgetag, als ich Zwecks Eventfotografie zu einer Live-Performance nach Sarnen eingeladen wurde. Um mir Sicherheit zu holen und weil ich nebst den Fotografien noch meine Pilotfly in Kombination mit der Fuji testen wollte*, reiste ich bereits zur Generalprobe an.

*dazu in einem separaten Beitrag später mehr

Fuji XT2 – JPG – Out of Cam

Ein etwa vierzigköpfiges Orchester, geführt vom Dirigenten und begleitet von einer Solo-Tänzerin erwarteten mich; die Bühne vertieft und das Publikum eng angeordnet; dazu harte Spotlights und wenig Raum für Bewegung. Schwierige Verhältnisse für mich und die Kamera.

Vorab und weil mir demnächst ein ähnliches Szenario blüht: Die knapp 1 Kilogramm, die die Fuji weniger wiegt, als meine Canon samt entsprechendem Objektiv machten sich im Laufe des langen Abends deutlich bemerkbar. Hatte ich üblicherweise nach einem solchen Job, Schultern und Handgelenke, die zwickten, hätte ich hier noch lange stehen und shooten mögen. Weniger ist hier deutlich mehr und ein riesen Plus für die Kamera bei längeren Einsätzen.

Als Zweitkamera hatte ich an dem Abend die Fuji Xpro-2 dabei und lernte den Hybridsucher das erste Mal so richtig lieben. Im Vergleich zur XT 2 konnte ich gezielter fotografieren. Der weiter gefasste Blick des optischen Suchers lässt mich das „Hereinlaufen“ der Tänzerin vorher sehen und ich kann schneller reagieren. Das heisst am Ende des Tages deutlich weniger Auslöser und weniger Ausschuss. Mit der XT 2 blieb mir durch den elektronischen Sucher diese Möglichkeit verwehrt.

Den Boostgriff an der XT 2 und im Serienmodus (AF-C & Zone Mode) dem Motiv folgend, spielte ich während der Generalprobe etwas herum und stellte fest: Der hochgelobte Autofokus der Fuji hatte ihre Mühen bei den – zugegeben wirklich schwierigen – Lichtverhältnissen (schnell wandernder Spot,  ebenso schnell sich bewegende Tänzerin). Nicht immer blieb er wo er sollte. Nicht immer folgte er dem Motiv, wie erwünscht. Dennoch entstanden eine Reihe wunderbarer Bilder, die ich gern mit nach Hause nehme. Ach.. und das sei angemerkt: ich bezweifle, dass ich hier mit meiner DSLR bessere Resultate hätte erzielen können.

 

 

Noch immer sind die Fuji XT 2 und ich in der Kennenlernphase und trotzdem bin ich um einige Erkenntnisse reicher geworden. Die letzten zwei Reportagen, die ich mit ihr fotografieren durfte, konnte ich ohne grösseren Zeitaufwand am Rechner, direkt dem Kunden weiterreichen: Den wirklich grossartigen Jpegs und Fuji-eigenen Farbfiltern sei Dank.

Ich weiss nun auch, dass die Xpro 2 als Zweitkamera immer bei den Reportagen dabei sein wird. Und zwar dort, wo mich unerwartete, schnelle Szenenwechsel erwarten. Der erweiterte Blickwinkel macht das Arbeiten in solchen Situationen deutlich angenehmer, als mit der XT 2 und ihrem elektronischen Sucher. Auch das Auge dankt es einem nicht ständig auf ein Display schauen zu müssen. Ob die Xpro 2 die XT 2 auch für meine Streetaufnahmen ersetzen wird, wird sich zeigen. Das fehlende Rädchen oben auf dem Gehäuse ist für meine Art der Fotografie doch ein grösseres Manko. Beide Gehäuse haben ihre Vor- und Nachteile, und war der Kauf der XT 2 vor einigen Wochen noch gleichzeitig eine Entscheidung gegen die X-Pro 2, sehe ich das heute anders: Beide Kameras ergänzen sich wundervoll und je nach Situation werde ich in Zukunft zur einen oder anderen greifen.

Die XT 2 kommt dabei sicher mehr und mehr für Portraits und Actionshots in Frage. Bei letzterem wird sie sich in Kürze – wenn die Fussballsaison wieder losgeht – beweisen können. Ich bin gespannt, ob die Kamera dort hält, was die Hersteller versprechen und wie sie für mich und meine Art der Fotografie funktionieren wird. Ich werde meine Erfahrungen zur gegebenen Zeit hier im Blog mit euch teilen.

Falls ihr selbst noch auf der Suche nach einer geeigneten Kamera seid und in Richtung Fuji schielt. Schaut in die LoveWinti – Fotocommunity vorbei oder meldet euch Zwecks gemeinsamen Stadtspaziergangs bei mir. Ihr könnt euch dann gern die Kamera ausleihen und direkt anschauen. Im Übrigen bei Light&Byte in Zürich könnt ihr beide Kameras ebenfalls mieten und testen.

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  • Daniel Szameikat

    Schön geschrieben und sehr informativ. So ähnlich habe ich die Xt2 auch kennen und lieben gelernt!

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