Feierabendstimmung in der Altstadt

Unterwegs mit Stift und Block

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Wenn die Winterthurer sich in den frühen Abendstunden in der Altstadt auf ein Bier treffen, mische ich mich mit dem Skizzenbuch unters Volk. Den ersten Halt mache ich im Tres Amigos, wo ich mich mit einem Freund auf einen Kaffe treffe. Zur Abwechslung bin ich sogar zu früh. Ich wähle einen Tisch mit einer guten Übersicht auf das Lokal und der inspirierenden Geräuschkulisse des Stadtparks in einem Rücken. Die paar Minuten Wartezeit überbrücke ich mit einer ersten Skizze.

 

 

Die Steinberggasse ist mein nächstes Ziel. Ich entdecke ein freies Plätzchen im Albani mit freiem Blick auf das abendliche Geschehen. Mein zu zeichnendes Objekt der Begierde ist der Steibibrunnen, wo sich die Leute tummeln und die letzten Sonnenstrahlen geniessen.

 

 

Die Menschen an meinem Tisch kommen und gehen, und so setzt sich immer wieder jemand Neues in mein Blickfeld, der sich in einem Skizzenbuch verewigt.

 

 

Immer wieder ertappe ich mich selber dabei, dass ich die Leute durch das Zeichnen zu lang beobachte und meine Tätigkeit nicht unbemerkt bleibt. Dadurch entstehen oft lustige Gespräche, neue Bekanntschaften, und eine Pause für meine Hand, in der ich Stift, Block und meine Beobachterrolle zur Seite lege.

 

 

Meinen letzten Halt für den Abend, mache ich neben dem Chileplatz. Die Gartenbestuhlung der Saharabar wurde aufgrund der Fassadenrenovierung anstelle des Veloparkplatzes, um die grosse Linde herum angesiedelt. Den Gästen scheint der neue Standort zu gefallen und mir ergibt sich ein idyllisches Motiv. Glücklicherweise steht der Stehtisch neben dem Eingang noch an derselben Stelle. Somit kann ich die Szenerie ungestört und ganz unbemerkt erfassen, und lasse mir auch etwas mehr Zeit, um Details auszuschaffen.

 

 

Den letzten farbigen Schliff erhalten die Skizzen zu Hause an meinem Mac. Vorerst gönne ich mir jedoch auch noch ein Feierabendbier.