0%

Mach weniger, komm weiter

Tipp des Monats

20

Inhalt des Beitrags:

  1. Tipps des Monats: Reduktion- Wie hilfreich es sein kann, eingeschränkt zu sein.
  2. Tooltipps – Diese Programme / Tools nutzen die Community und ich
  3. Best of Community – Die besten Aufnahmen aus der LoveWinti – Community
  4. Es war ein riesen Spass. Es wird noch öfter so sein
  5. Ein Geschenk, weil Du es bis zum Ende geschafft hast

Danke für das Lesen des Blogs und dass Du den Newsletter abonniert hast. Im letzten Beitrag hatte ich Dir versprochen, dass wir uns diesmal ganz dem Thema, „Reduktion“, widmen werden.

Die grössten Fortschritte habe ich tatsächlich immer dann gemacht, wenn ich mich bewusst oder gezwungenermaßen eingeschränkt habe. Es begann damit, dass mir das Geld für ein Arsenal an Objektiven fehlte und ich irgendwo den Anfang machen musste. Die Kamera hatte ich damals bereits und benötigte nur noch ein Objektiv, das mich durch den Alltag begleiten konnte. Ich entschied mich für eine lichtstarke Festbrennweite und nicht etwa für ein Zoom-Objektiv und hoffte später nach und nach weitere kaufen zu können.

Am Ende wurde es das Canon 35mm 1.4, das ich noch heute besitze und gern nutze. Die Wahl selbst spielt aber für das, worum es mit hier geht, keine Rolle. Es hätte genauso gut ein 50mm-Objektiv werden können. Entscheidend war für die folgenden Monate, dass ich nur diese eine Brennweite zur Verfügung hatte und all die Begebenheiten und Ereignisse mittels dieses einen Objektivs hab erzählen müssen.

1. Und hier sind wir auch schon bei meinem Tipp des Monats:

Beschränke Dich im Alltag bewusst. Nimm nicht noch ein Objektiv und noch eine Zweitkamera mit, auch wenn Du das Gefühl hast etwas dadurch zu verpassen. Du wirst sehen, dass es Dir helfen wird, Dich auf die Dinge zu fokussieren, die Du mit dieser eingeschränkten Sichtweise einfangen kannst.

Lass mich nochmals zurück kommen zu meinen Anfängen als Fotograf des FC Winterthurs. Ich stand also da mit einer Kamera (es war die Canon 5D Mark II) und eben diesem einen 35mm Objektiv und musste / wollte nun die Spiele des FC Winterthurs dokumentieren. Und mit Dokumentieren meine ich auch genau das. Eine Reportage, die dem Event gerecht wird. Nun, wer von euch schon einmal Sportereignisse fotografiert hat, wird meinen, dass das ohne ein starkes Tele-Objektiv eher mühsam wird.

Für mich hiess das: ich musste lernen auf die Bilder zu verzichten, die ich ohnehin nicht einfangen konnte und gleichwertigen Ersatz für die Aufnahmen finden. Schoss der Spieler also ein Tor und stand dabei 30-40 Meter von mir entfernt hiess es für mich: Erahne die Situation und fange die Reaktion auf das Tor ein. Das konnten Fans sein, die sich in die Arme fielen, der Trainer der seine Jubelfaust ballte oder die Ersatzbank, die ruckartig aufsprang. Die Geschichte bleibt gleich: Das Team hat ein Tor erzielt; es herrscht Freude.

35mm – Fussball | Aus dem Buch: Unser Rasen, unsere Party ( FC Seuzach vs GCZ)

35mm – Fussball | Aus dem Buch: Unser Rasen, unsere Party ( FC Seuzach vs GCZ)

Auf der Strasse wirst Du viele ähnliche Situationen erleben und Du kannst dein Auge schulen, in dem Du immer öfter mit der gleichen Ausrüstung und ohne die Option etwas daran zu ändern(!) hinaus gehst. Im Übrigen hat das einen wunderbaren weiteren Effekt, den Du mit der Zeit verinnerlichen wirst: Fotografierst Du wochenlang mit nur der gleichen Ausrüstung geht das Dir bis ins Mark. Das heisst, dass Du intuitiv und ohne nachzudenken weisst, welcher Abstand zum Objekt der richtige ist und bist deutlich schneller und effizienter auf der Strasse. Du musst also nicht erst lang durch den Sucher oder auf das Display schauen. Du hast es im Blut. Mir geht das heute so mit dem 35mm: Ich brauche wirklich nicht lang, um zu wissen von wo ich mein Bild am besten einfangen kann und wie nah ich dabei am Motiv sein muss. Es geschieht intuitiv, wie beim Tanz, den Du etliche Male getanzt hast und bei dem Du nicht mehr über die einzelnen Schrittabläufe nachdenken musst.

Eine weitere Möglichkeit sich einzuschränken und das Auge zu schulen, ist die Anzahl der Bilder pro Tag. In den Ferien – das heisst, wenn ich mit meiner Familie in den Urlaub reise – nehme ich lediglich meine analoge Kamera samt zweier Filme mit. Zwei Mal 36 Aufnahmen für vierzehn Tage. Das muss dann reichen. Im Alltag kannst Du Dir selbst eine Grenze setzen, auch wenn Deine Kamera eine digitale ist. Nimm Dir vor heute nur zwanzig Mal auf den Auslöser zu drücken. Das mag im ersten Moment hart sein, weil Du immer abwägen musst, ob das Motiv ein Bild Wert ist; aber glaube mir: Es wird dir helfen zu filtern und stärker zu priorisieren.

Mir selbst passiert es, dass ich aus dem Urlaub nach Hause komme und merke, dass ich nicht den ganzen Film gefüllt hab. Du wirst so von einem rastlosen Knipser zum bewussten Fotografen. Für mich persönlich ist die Beschränkung auf eine kleine Anzahl an Aufnahmen in den Ferien, fast schon meditativ und hilft mir zur Ruhe zu kommen. Ich stehe dann längere Zeit am Ufer der Nordsee, wo wir unsere Sommerurlaube verbringen, und warte geduldig bis die Sonne den Stand erreicht hat, den ich möchte… oder Passanten und Urlauber die Szenerie mit Leben füllen. Es tut gut zu warten und seine Gedanken zum Bild dabei zu ordnen.

2. Tooltipps von mir und der LoveWinti – Community

  1. Evernote
    Evernote ist für so ziemlich alles da, vor allem aber für kleine und schnelle Notizen unterwegs. Immer synchronisiert mit meinen anderen Geräten, hab ich meine Gedankenfetzen jederzeit und überall zur Verfügung. Hin und wieder fotografiere ich einen Ort und speichere das Bild in einer Notiz ab. Das hilft mir später die Orte zu finden, die ich für ein Shooting benötige.
  2. PicDrop
    Was würde ich heute ohne PicDrop machen? Seit ich das Tool entdeckt hab sind etliche Monate vergangen und ich könnte nicht mehr ohne. Mittels PicDrop teile ich meine Bilder direkt mit dem Kunden. Er kann dort eine Auswahl treffen, Bilder kommentieren und später herunterladen. Der Workflow bzgl. Kommunikation mit dem Kunden ist seit PicDrop deutlich einfacher für mich geworden. Für meine tägliche Arbeit eine grosse Erleichterung.
  3. Sun Surveyor
    Man ist nicht immer zu richtigen Zeit vor Ort. Wann wäre aber die „richtige Zeit“? Mit SunSurveyor kann ich direkt vor Ort sehen, zu welcher Tageszeit die Sonne wo steht. Das geht übrigens auch mit dem Mond und hilft ungemein dabei Outdoorshootings zu planen.
  4. JPEGmini
    Wenn ihr eigene Websites/Blogs führt, wird das früher oder später ein relevantes Thema: Der Umgang mit den Datengrössen und damit verbunden, die Zeit, die es braucht bis eure Seite beim user angezeigt wird. Ich nutze seit längerem das Tool: „Jpeg-Mini“, das aus den Bildern kleine, kompakte Jpegs macht, ohne dass die Qualität gross darunter leidet.

Tipps der Community:

  1. koken.me (Tipp von Talia Kay)
    Koken ist ein Tool, das mir selbst unbekannt war. Du kannst dort unkompliziert deine eigene Website erstellen. Das Tool ist speziell auf die Bedürfnisse von Fotografen zugeschnitten und macht auf mich einen wirklich guten Eindruck. Du kannst dort Bild und Text wunderbar kombinieren und hast die Möglichkeit deinen Content aus verschiedenen Netzwerken (Flickr/Instagram/Vimeo und Co.) einzubinden. Das ganze ist nebenbei kostenfrei.
  2. macphun (Tipp von Roger Szilagyi alias Wintipix / Streetpix)
    Das Tool selbst habe ich noch nie genutzt. Es scheint aber eine kostengünstige Mac-Alternative zu sein, um seine SchwarzWeiss-Aufnahmen zu optimieren.

3. Best of Community

Die LoveWinti – Community ist klein, aber fein. Fotoenthusiasten aus der Stadt geben sich drüben Tipps und helfen einander zu besseren Ergebnissen. Es ist erstaunlich welche Dynamik sich entwickelt, wenn ein Duzent motivierte Fotofreunde aufeinander treffen. Anbei drei Ergebnisse aus der Community:

Foto: Olaf Brachem | obrachemfotografie

Foto: Hansruedi Jäggin | giangieriart

Foto: Roger Szilagyi | wintipix.com

4. Ein riesen Spass

Ich war unsicher, ob ich Freude daran haben würde und ob es den Teilnehmern ähnlich erging. Weil ich aber das neue Jahr zum Jahr des Teilens auserkoren hatte, wollte ich es ausprobieren und bin noch immer begeistert.

Vergangenes Wochenende hab ich nach langer, langer Zeit wieder Wissen vermittelt. War ich früher als Referent im Bereich Kamera/Licht gefordert, ging es jetzt um Praxis und Coaching in kleiner Gruppe. Ich wollte herausfinden, ob es mir Spass macht und ob die Teilnehmer zufrieden rausgehen und vorallem: Ob sie nebst Fakten auch tolle Bilder mitnehmen können.

Das Feedback war super und ich hatte einen riesen Spass vor Ort. Nun also wird es in regelmässigen Abständen „LoveWinti – Workshops“ geben. Mehr Infos und Impressionen aus dem ersten Workshop findest Du hier.

LoveWinti – Workshop | Making of

5. LR-Preset zum Download

Ich habe mir einige Lightroom-Presets erstellt, die ich immer wieder anwende und nur leicht für das jeweilige Bild anpassen muss. Ein solches findest Du hier zum Download. Das Preset eignet sich wunderbar für sonnige Tage.

Lad es Dir runter und probiere es aus. Ich würde mich freuen, wenn Du mir Deine damit erzielten Ergebnisse in die Kommentarspalte hochladen würdest. So entdecke ich sicher auch neue Perspektiven und Möglichkeiten.

Der LoveWinti-Newsletter
für alle Verliebten